…. mehr Klimaschutz

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Funktion der Moore

Seit etwa 10.000 Jahren wuchsen in den Senken, die die letzte Eiszeit hinterlassen hat, unsere Moore. Überall dort, wo die Niederschlagsmengen größer waren als die Verdunstung und das Wasser schlecht abfließen konnte, waren ideale Voraussetzungen für die Entwicklung der Moore. 


Die abgestorbenen Reste der Sumpfpflanzen bildeten unter Wasser zuerst Niederungsmoore. Darauf wuchsen in den letzten 4 – 5000 Jahren Hochmoore aus wenigen Pflanzenspezialisten wie Torfmoosen, deren Nahrungsquellen nur das Niederschlagswasser und das Kohlendioxid der Luft sind.

Man rechnet für einen Meter Torfmächtigkeit ca. 1000 Jahre. Zwar wachsen die oberen Weißtorfschichten schneller, verdichten sich aber später unter dem Gewicht der nachwachsenden Schichten.
Auf diese Weise wurden große Mengen Kohlenstoff der Luft in den Mooren gebunden.

Ähnlich haben sich auch – allerdings in viel größeren Zeiträumen und unter hohem Druck – die wesentlich älteren fossilen Lagerstätten von Gas, Öl, Stein- und Braunkohle gebildet.

Die Moore sind die einzigen heute noch existierenden Speicherstätten von Kohlenstoff aus Kohlendioxid und regulieren weltweit neben den Ozeanen den CO2 Gehalt der Atmosphäre.

Zwar reicht das nicht, die derzeitige Freisetzung von CO2 aus fossiler Energie zu kompensieren. Doch würden alle weltweit noch vor 200 Jahren lebenden Moore ihrer Klimafunktion gerecht werden können, wäre das ein nicht zu unterschätzender CO2 Puffer.


CO2
 – Gehalt des Torfes

Wachsende Moore binden pro m² und Jahr mehr als 200 g C02,. In verdichtetem Torf sind es nach gängiger Rechnung 0,25 t C02/ m³.
Allein in Niedersachsen lagern noch Kohlenstoffäquivalente für viele Millionen t C02! Ob es Angaben gibt zu weltweiten C02 Mengen aus Mooren, müssen wir noch recherchieren.


CO
2 – Emission aus Torferde im Gartenbau

Torf ist ein Rohhumus, der an der Luft in kurzer Zeit mit Hilfe von Mikroorganismen fast vollständig zersetzt wird – und die enthaltene Menge von mehr als 250 kg C02 / m³ freisetzt.
Große Maschinen schälen den Torf Schicht für Schicht ab. Der Rohstoff wird fast ausschließlich für den Pflanzenanbau verwendet. Pur oder aufbereitet mit anderen Erden wird er mit LKW’s und Schiffen in humusarme Gegenden bis in die Wüstenstaaten geliefert und stapelt sich ballenweise in den Gartenmärkten.

Jeder dieser Ballen Torferde enthält schon ca. 62,5 kg C02.
Heute wird mehr Torf abgebaut als jemals zuvor.

Derzeitig werden allein aus Torfabbau in Niedersachsen 2 Millionen t C02 jährlich freigesetzt.


CO
– Emission aus entwässerten Mooren

Fast alle Moorflächen sind mehr oder weniger entwässert und genutzt. Nur Restflächen sind geschützt und noch intakt.
Sinkt das Wasser, das die Torfmasse bisher gegen weitere Zersetzung durch Sauerstoff und Mikroorganismen geschützt hat, saugt es von oben Luft mit Sauerstoff in die Poren. Damit beginnt eine rascher Abbau des Rohhumus und die massive Emission von Kohlendioxid. Gerechnet werden je nach Nutzungsintensität zwischen 2 und 4 t 
C02 – Emission pro Jahr und ha, so auch im Teufelsmoor.

Die Sommer 2009 und 2010 waren hier im Norden besonderes regenarm. Dadurch ist das Wasser aus dem Moor weiter als normal abgesunken. Zur Zeit kann man hier im Teufelsmoor überall den oben beschriebenen Torfschwund beobachten. Die Absenkungen betragen oft mehr als 50 cm pro Jahr. Damit werden die oben beschriebenen die C02 – Emissionsmengen sicher bei Weitem übertroffen.

Auf diese Phänomene hat die bisher praktizierte Moorentwässerung einen wesentlichen Einfluss. Deshalb fordern wir, die Moorentwässerung zu stoppen.


CO
– Bindung durch lebende Moore

Mit der Moorentwässerung und dem Torfabbau geht ein gewaltiges Speicherpotential für C02 und Wasser für lange Zeit verloren.

Mit der Erhaltung und Renaturierung lebender Moore würde man im Gegenteil nachhaltig C02 – Speicherpotenzial schaffen und den Wasserhaushalt der Landschaft positiv beeinflussen.
Intaktes Hochmoor bindet pro m² und Jahr mehr als 100 g 
C02. Das sind bei einem Hektor schon ca. 1,5 t C02!