… mehr Konzept

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Verhinderung weiteren Torfabbaus

Bisher vertrat die Wissenschaft die Meinung, dass sich nur abgetorfte Flächen renaturieren lassen. Die Torfindustrie nutzt daher immer dieses Argument, ebenso die Naturschutzbehörden, die nur so und durch entsprechende Auflagen zur Abbaugenehmigung kostenlos an Naturschutzflächen kommen. Die KLimarelevanz der Moore wird ignoriert und die zusätzliche Verschmutzung der Atmosphäre bewusst oder unbewusst in Kauf genommen.

Die “Initiative Teufelsmoor e. V.” will die enorme Klimaschädlichkeit des Torfabbaus endlich ins öffentliche Bewusstsein rücken und das Moor ohne vorherige Abtorfung schützen und renaturieren.

In Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung und der Biologischen Station Osterholz haben wir inzwischen erreicht, dass der Torfabbau im Landkreis Osterholz vollständig gestoppt wurde.

Jetzt stehen wir bereit, mit diesen Erfahrungen Torfabbaugegnern in anderen Regionen des moorreichen Landes Niedersachsen zu helfen.

Die Eigentümer der Moorflächen sind Landwirte, denen das Überleben immer schwerer gemacht wird. Da ist der Torfabbau verständlicherweise eine mögliche Geldquelle. Bisher kaufte die Torfindustrie den Landeigentümern aber nur den Rohstoff Torf ab und hinterließ ihnen das abgetorfte unter Naturschutz gestellte Land mit seinen Grundstückslasten. Für die Landwirtschaft allerdings sind diese Flächen für alle Zeit verloren.

Der Torfabbau bringt für den Grundbesitzer einen Gewinn von ca. € 0,60 je m³, das sind für den Hektar je nach Mächtigkeit steuerpflichtige Einnahmen in Höhe von € 12000,00 bis € 18000,00 in Raten während des Abbaus.

Der Verein “Initiative Teufelsmoor” will den Landeigentümern eine faire Alternative bieten:

  • für den Erwerb der Flächen so viel Geld wie für Torfabbau
  • steuerfreie Einnahme im Gegensatz zu Einnahmen aus dem Torfabbau
  • zukünftige Grundlasten entfallen!

 

Wiedervernässung ohne Abtorfung

 

Wir wollen diese Moorflächen ohne Abtorfung renaturieren.
Als erster Schritt muss die weitere Entwässerung der Moore gestoppt werden, denn die Entwässerung begünstigt in hohem Maße die Abgabe von CO2. Sie sorgt auch für einen starken Schwund des Torfes. Das bewirkt dann eine allgemeine Senkung und bringt so die Landoberfläche dem Wasser immer näher.


In den letzten 40 Jahren hat das Moor hier nach eigener Beobachtung schon über 1,20 m an Mächtigkeit eingebüßt. Manche Flächen sind sogar um mehr als 2 m geschwunden. Allein in den trockenen Sommern seit 2009 gab es mehrmals Senkungsschäden an Straßen und bebauten und landwirtschaftlichen Flächen von mehr als 50 cm!


Moore sind dort entstanden, wo die Niederschlagsmenge größer ist als Abfluss und Verdunstung. Durch das Schließen von Entwässerungsgräben kann das Niederschlagswasser gestaut werden und sich der Torf langsam wieder vollsaugen.


Die erworbenen Flächen sollen vorher von ihrer oberen Schicht Mutterboden befreit werden, so dass der mineralarme Weißtorf oder Brauntorf offen liegt.
Die Moorflora wird sich schnell wieder ansiedeln, wie hier an vielen Stellen zu beobachten ist.

Sicherstellung der nachhaltigen Pflege


Die Flächen müssen dann natürlich auch dauerhaft gepflegt werden. Dafür plant die “Initiative Teufelsmoor” die Gründung einer “Stiftung Teufelsmoor”.

Eine intakte, lebende Moorfläche hätte ein jährliches, nachhaltiges Bindungspotenzial von bis zu 1,5 t CO2 je Hektar.


Ein solches Konzept wollen wir zuerst in einem Pilotprojekt realisieren!

 

Finanzierungsmodell

Zur Zeit der Gründung unserer Initiative 2007 betrug der Preis für Wirtschaftsland hier € 0,60 je m². Durch den Boom des Baus von Biogasanlagen ist der Maisbedarf und damit auch der Bodenpreis enorm gestiegen. Inzwischen müssen wir mit € 1.00 bis 2,00 je m² rechnen, Brachland blieb bei € 0,20 je m².
Bei den derzeitigen Grundstücks- und Abtorfpreisen im Moor kostet das Wirtschaftsland ca. € 15000,00 je ha, Brachland ca. € 2000,00 je ha.

Auf lange Sicht planen wir, in Teufelsmoor und darüber hinaus Flächen zu erwerben und rechnen dafür mit folgenden Werten: 


1 m² Moorboden mit 4 m Torfmächtigkeit hat einen Emissionswert von 1 t CO2 und einen Marktwert von € 2,00.

Anfang 2013 beträgt der Wert der Emissionszertifikate 5 – 10 Euro pro Tonne CO2.

Da bleibt genügend Spiel für einen Aufschlag für ein Stiftungskapital. Wir rechnen mit mindestens 5 000 000 Euro und den eventuellen Kauf eines Pflegestützpunktes.


Zum Verkauf steht zur Zeit ein Hof mit ca. 75 ha Hochmoorfläche für etwa € 600.000,00. Denkbar ist aber auch eine Einbindung örtlicher Landwirtschaftsbetriebe.


Wir brauchen dann nur noch Idealisten mit Geld und weitblickender Einstellung.


Allein in der Umgebung von Teufelsmoor schlummert ein Vermeidungspotenzial von 12.500.000 t CO2.


Durch die 
ständige Pflege dieser Flächen entstehen dauerhafte Arbeitsplätze für die Region.